VDI/IW-Studie zum Ingenieurmangel

April 29, 2008

Vor ein paar Tagen habe ich, inspiriert durch die Tagespresse, einen angesäuerten Beitrag zum Thema Ingenieurmangel verfasst. Mittlerweile habe ich auch die dazugehörige Studie gefunden. Diese wurde vom Verband deutscher Ingenieure im Zusammenarbeit mit dem Institut der deutsch Wirtschaft in Köln erarbeitet. Hier wird der Arbeitsmarkt aus der Sicht der Unternehmen beleuchtet. In einer repräsentativen Umfrage wurden diese zu verschiedenen Bereichen der Rekrutierungsproblematik befragt. Weiterhin enthält der Text verschiedene interessante Statistiken bezüglich der Beschäftigungssituation von Ingenieuren. Der Ton ist sachlich. Ein Blick in die Studie lohnt sich. Einige Punkte möchte ich im folgenden kommentieren.

Die Zahl der 2007 nicht besetzten Ingenieurstellen wird auf 94400 geschätzt. Dem gegenüber stehen 24800 arbeitslos gemeldete Ingenieure. Die nicht realisierte Wertschöpfung wird deshalb auf 7,2 Mrd. Euro hochgerechnet. Diese Nachfragelücke der Unternehmen hat sich jedoch erst seit 2005 aufgebaut. Zuvor herrschte ein Überhang an Ingenieuren.

Es ist wenig verwunderlich, dass die Unternehmen jetzt mit unzureichenden Absolventenzahlen zu kämpfen haben, da der Nachfrageüberhang der Unternehmen sich erst in den letzten 2-3 Jahren aufgebaut hat. Sollte die Nachfrage nachhaltig sein, dann werden auch die Absolventenzahlen steigen. Ein Studium bis zum Master/Dipl.Ing. dauert jedoch etwa 5 Jahre. Bis zum Bachelor braucht ein Student wenigstens 2 Jahre.

Für die meisten Akademiker interessant sind die Betrachtungen zur Rekrutierungsstrategie der Unternehmen. In der Studie wird für Ingenieure exemplarisch belegt, dass Unternehmen sich eher nicht an die BA wenden, wenn eine Stelle besetzt werden soll.

Das durchschnittliche Bruttojahreseinkommen eines Ingenieurs wird mit 63.819 Euro angegeben und liegt damit etwa 69 % über dem durchschnittlichen Einkommen eines Vollerwerbstätigen. Auf dieser Basis wird plausibel berechnet, dass der Bruttowertschöpfungsbeitrag eines Ingenieurs bei 102.961 Euro liegt.

Fraglich bleibt, in welchem Maße die offerierten Stellen tatsächlich so hoch dotiert waren. Zudem kämen auf die Unternehmen noch zusätzliche Lohnnebenkosten von etwa 33% zu, so dass die errechnete Bruttowertschöpfung in etwa den Kosten eines Ingenieurs entspräche.

Sicherlich ist die Arbeit von Ingenieuren hinsichtlich ihrer Produktivität heterogen, so dass viele unbesetzte Stellen eine Wertschöpfung über oder unter den 103.000 Euro generiert hätten. Ein Unternehmen, dass Gewinn erwirtschaften muss, könnte sich einen solchen durchschnittlichen Ingenieur zu Marktpreisen nicht in jedem Fall leisten, da einfach kein Gewinn übrigbleibt wenn die Produktivität nicht ausreichend hoch ist.

limabravo


Terminspekulation auf Nahrungsmittel

April 23, 2008

Auf Spiegel Online wird sich auch heute mit den steigenden Rohstoffpreisen beschäftigt. Die Spiegel-Experten haben auch die ultimativen Schuldigen für teure Nahrungsmittel gefunden: Terminspekulanten. Es ist zu bezweifeln, dass die Experten von der Bild Spiegel Online diese Art von Geschäft überhaupt durchschauen.

Wie funktioniert ein Termingeschäft (ohne Spekulanten)?

Eine Marktseite (z.B. ein Agrarunternehmen) verpflichtet sich zu einem Zeitpunkt (z.b. 01. Oktober 2008 ) in der Zukunft zu einer festgelegten Summe (z.B. 1000 Euro) eine bestimmte Menge eines Erzeugnisses (z.B. eine Tonne Weizen) zu liefern.

Auf der anderen Marktseite sind die Leute, die sich verpflichten die Tonne Weizen am ersten Oktober für 1000 Euro zu übernehmen. Das sind z.B. Lebensmittelkonzerne oder Großhändler. Gehandelt werden solche Kontrakte an der Börse oder außerbörslich.

Schön – und was soll das?

Die Käufer wissen, dass wieviel sie bezahlen müssen, um am Liefertermin die gewünschte Ware zu bekommen. Falls die Preise für Weizen stark ansteigt, kann es ihnen egal sein, da sie genau 1000 Euro bezahlen.

Die Verkäufer sichern sich gegen fallende Preise (z.B. bei einer guten Ernte) ab. Fällt der Weizenpreis um 50 Euro, dann können sie sich freuen, da sie , wie vereinbart, ihre 1000 Euro bekommen werden.

Außerdem können beide Parteien ihre Verpflichtungen auch an der Börse weiterverkaufen. Will der Käufer im Sommer lieber eine Tonne Mais haben, dann verkauft er seine Abnahmeverpflichtung. Statt dessen kauft er eine Abnahmeverpflichtung für eine Tonne Mais.

Die Spekulanten kommen!

Ein Spekulant am Terminmarkt kauft und verkauft Kaufkontrakte für aberwitzige Mengen an Agrarrohstoffen. Er wettet darauf, dass sich die Preise der Rohstoffe in die, von ihm prognostizierte Richtung bewegen. Er kauft zum Beispiel heute einen Weizenkontrakt und verkauft ihn morgen wieder mit Gewinn. Wenn er sich irrt, dann macht er Verlust.

Weil die Preise für börsengehandelte Nahrungsmittel ständig steigen, haben sich viele Spekulanten dazu entschlossen darauf zu wetten, dass sie das auch weiter tun. Sie kaufen Kaufkontrakte. Da sie eine Menge Geld in den Markt pumpen, steigen die Preise für solche Kontrakte an.

Irgendwann müssen die Spekulanten ihre Kontrakte wieder verkaufen, da sie die zu Grunde liegenden Güter gar nicht haben wollen. Sie müssen jemanden finden, der tatsächlich Weizen, Mais etc. braucht. Der verhandelte Preis, ist dann wieder abhängig vom Marktpreis für diese Güter zum Lieferzeitpunkt, da die Spekluanten gezwungen sind die Kontrakte loszuwerden. Wer will schon tonnenweise Schweinefleisch oder Thunfisch in seinem Büro lagern?

Kommentar

Es ist zu bezweifeln, dass Spekulanten den Marktpreis für Lebensmittel langfristig beeinflussen können. Es mag sein, dass sie kurzfristig Marktbewegungen auslösen. Langfristig bestimmt den Preis die Nachfrage nach dem physischen Gut, welches den jeweiligen Kontrakten zu Grunde liegt.

Terminspekulation, egal an welchem Markt, ist keine Lizenz zum Geld drucken. Spätestens bei der nächsten Marktkorrektur werden das einige Spekulanten zu spüren bekommen. Man erinnere sich an die schönen Börsenjahre bis 2000 am neuen Markt (auch ich hatte viele tolle Sachen im Depot) und an die harte Landung danach.

Der Begriff „Spekulant“ ist in Deutschland ziemlich negativ besetzt. Die meisten Leute vergessen, dass das Halten von Fondsanteilen, Aktien,, Sparbriefen und Lebensversicherungen etc. ebenfalls als Spekulation bezeichnet werden könnte, da der Eigner darauf wettet, dass ihm seine Ersparnisse eine positive Rendite bescheren.

Die Ursachen für die langfristig ansteigenden Nahrungsmittelpreise sind eher im Bereich der Realwirtschaft zu suchen. Die Nachfrage nach Nahrungsmitteln steigt stärker an als die Produktion. Solch eine Entwicklung führt üblicherweise zu steigenden Preisen. Kurzsichtige nationale Politikmaßnahmen wirken zusätzlich kontraproduktiv.

Für die ganz skrupellosen Spekulanten: Wer jetzt noch nicht investiert ist, der sollte es lassen. Der richtige Zeitpunkt wurde verpasst.


limabravo


Meinung: Lebensmittelpreise, Hunger und der Westen

April 16, 2008

Obwohl der Trend schon eine ganze Weile zu beobachten ist, fiel es am letzten Wochenende der deutschen Presse vermehrt auf, dass wohl einige Menschen auf der Erde ein Problem mit der ausreichenden Ernährung haben. Man munkelt sogar, dass sich das Problem in der nächsten Zeit verschärfen wird, da die Preise für diverse Agrarerzeugnisse gestiegen sind und vieles dafür spricht, dass dies auch so bleibt. Auslöser der Debatte war wohl der Global Monitoring Report 2008 von der Weltbank.

Das wohl deshalb, zumindest nach meinen Beobachtungen, mal wieder auch über die Entwicklungsländer diskutiert wird, die uns nicht mit mit giftigen Kinderspielzeug eindecken, finde ich gut.

Auf den ersten Blick ist auch die Reaktion der abendländischen Politik sehr nobel. Die Amis lassen 200 Mio. US-Dollar kurzfristig für das World Food Program springen und die liebe Frau Wieczoreck-Zeul macht aus ihrem bescheidenen Etat auch noch ein paar Millionen locker. Gratis gibts auch in paar gute Tips wie die Hungerleider in Zukunft besser wirtschaften sollten.

Was passiert eigentlich normalerweise, wenn man, wie geplant mit 500 Mio US-Dollar an einen Markt einkaufen geht? Großhandelsrabatt? Steigende Preise?

Wo landet eigentlich das Geld, wenn es ausgegeben ist? Bekommen es die sympathischen Kleinbauern in Somalia oder vielleicht doch eher jemand anders, der in der Lage ist das Futter in der geforderten Menge zu besorgen und in die 3./4. Welt zu verschiffen?

Gut, dass die Kohle nicht ganz verloren ist.

Das kann natürlich keine langfristige Strategie sein, deshalb hat Frau Wieczoreck-Zeul auch ein paar gute Ratschläge parat: z.B. eine ordentliche Zertifizierung, falls die Jungs im Süden auf die Idee kommen unseren guten Biosprit zu kopieren. Ich bin schon immer der Meinung gewesen, dass das deutsche Reinheitsgebot wichtiger als das Kriegsvölkerrecht ist. Ein ordentliches Consulting von Fachleuten ist natürlich auch wichtig.

Nun mal ernsthaft:

Sowohl die die EU als auch die USA leisten sich einen vollkommen überflüssigen Agrarprotektionismus. Im Falle der EU kommt noch eine teuere Umverteilungsbürokratie hinzu. Es erscheint geradezu unglaublich, dass bis vor kurzem die Stillegung von Landwirtschaftsflächen subventioniert wurde.

Das viele Entwicklungsländer nicht über einen effizienten Agrarsektor verfügen, hängt auch damit zusammen, dass die Erzeugnisse, auf Grund von Einfuhrzöllen, nicht gewinnbringend exportiert werden können. Dazu kommt, dass Agrarexporte, z.B. aus der EU, über Jahre subventioniert wurden.

Sicherlich trägt der Westen nicht die alleinige Verantwortung für alles Elend auf der Welt, jedoch hat man in der Vergangenheit nicht unbedingt Politik im Sinne der 3./4. Welt betrieben. Ein Schritt in die richtige Richtung wäre es, gleiche Spielregeln und Marktzugangschancen für alle Wettbewerber zu schaffen. Wenn wir schon Forderungen an die Entwicklungsländer stellen, dann sollten wir vorher unsere Hausaufgaben machen.

limabravo

P.S.: Wie lange dauert eigentlich das Scheitern einer zünftigen Doha-Runde?


Die deutschen Wirtschaftsinstitute zum Mindestlohn

April 11, 2008

Der Aufruf wurde von der Mehrzahl der Leiter der deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute verfasst. Die Veröffentlichung ist auch schon wieder ein paar Tage her. Der Titel lautet „Beschäftigungschancen statt Mindestlohn!“. Die Professoren mögen keinen Mindestlohn.

Wieso lehnen sie Mindestlöhne ab?

Die Hauptargumente sind:

1. Mindestlöhne seien überflüssig, da die Leistungen des ALG II ein Mindesteinkommen bereits sicherstellen.

2. Mindestlöhne (von z.B. 7,50 € ) würden Arbeit so stark verteuern, dass Arbeitsplätze im größeren Umfang abgebaut werden. Dieser Effekt würde vor allem die Arbeitnehmer betreffen, die von den Mindestlöhnen eigentlich profitieren sollten.

3. Die Festsetzung von Mindestlöhnen sei ein unverhältnismäßiger Eingriff in die Freiheit der Tarifparteien, die Löhne selbst auszuhandeln.

Kommentare

1. Geht man vom Betroffenen aus, könnten die Herren richtig liegen. Es existiert bereits ein Sicherungssystem, durch die Möglichkeit, sein Einkommen durch ALG II-Leistungen aufzustocken.

Im Bereich SGB II (Hartz IV) gibt es derzeit ca. 2.4 Millionen Arbeitslose, aber über 5.1 erwerbsfähige Empfänger von Leistungen. Es verbleibt eine Differenz von 2.7 Millionen Personen. Ich gehe mal einfach davon aus (genaue Zahlen werden im BA-Monatsbericht nicht ausgewiesen), dass die Masse der Leute erwerbstätig ist.

Wie kann man begründen, dass hier im großen Stil Geschäftsmodelle subventioniert werden, die unter marktmäßigen Bedingungen keine Überlebenschance haben, da sie die notwendigen Arbeitskräfte nicht bezahlen könnten? Liberal ist das nicht. Ein Statement hierzu wäre eine Bereicherung des Textes.

2. Sie argumentieren hier entlang der Standardmodelle der Arbeitsmarkttheorie. Je höher die Löhne desto niedriger die Möglichkeit und Motivation der Unternehmer zur Beschäftigung von Arbeitnehmern. Demnach führt ein Mindestlohn oberhalb des marktmäßigen Lohns zu mehr Arbeitslosigkeit. Kann man glauben, aber eine gesamtwirtschaftliche Analyse wäre glaubwürdiger. Komisch finde ich, dass überhaupt nicht auf die Empirie eingegangen wird, außer dass man sich die Briten nicht zum Vorbild nehmen sollte.

3. Prinzipiell bin ich auch der Meinung, dass der Staat sich aus dem Geschäft der Lohnfestsetzung heraushalten sollte. Putzig finde ich, dass die am niedrigsten bezahlte Berufsgruppe ausgerechnet hier angestellt ist.

Limabravo


Hoffnung für Europa durch Keynes 2.0?

April 6, 2008

Seit Februar diesen Jahres findet man auf den Seiten der LMU München die Definition einer europäischen makroökonomischen Politik.

Die Initiatoren

Die Unterzeichner des Aufrufs sind in der Wissenschaftsszene keine Unbekannten. Es finden sich so prominente Namen wie Rick van der Ploeg, Paul de Grauwe und der Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Solow(!!!) auf der Liste. Gerhard Illing dürfte auch nicht ganz unbekannt im deutschsprachigen Raum sein. Die Runde wird durch drei Lehrstuhlinhaber aus Frankreich vervollständigt: Jean-Louis Beffa, Robert Boyer, Bernard Gazier.

Die Diagnose

Europa ist in den letzten Jahren eher langsam gewachsen. Die Arbeitslosigkeit ist zu hoch. Die Konsumnachfrage mäßig und die Aussichten auf Besserung, auch auf Grund der derzeitigen Bankenkrise, durchwachsen. Auf Grund der eingetrübten Aussichten bezüglich der Konsumnachfrage ist die Investitionsneigung von Unternehmen in Europa zu gering, und auf Grund von niedrigen Realeinkommen und Arbeitsplatzunsicherheit ist die Bereitschaft der Bürger zum übermäßigem Geld ausgeben eingeschränkt.

Wie reagiert die Politik?

Die Konsensmeinung der verantwortlichen Politiker und einer Mehrzahl der Ökonomen ist, dass mangelnde Anpassungsfähigkeit von Löhnen für erhöhte Arbeitslosigkeit sorgt, hoher Kündigungsschutz die Neigung von Unternehmen zum Schaffen von Arbeitsplätzen verringert und großzügige Wohlfahrtssysteme die potenziellen Arbeitnehmer demotiviert, sich einen Job zu suchen. Folgerichtig gab es hier z.B. in Deutschland erhebliche Einschnitte in den letzten Jahren.

Wie sollte die Politik reagieren?

Die Autoren bemängeln, dass die Politik zuwenig Augenmerk auf die Binnennachfrage legt. Sie konstatieren, dass die europäische Wirtschaft noch lange nicht an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt ist.

Die Flexibilisierung sorge vor allem für Unsicherheit und Konsumzurückhaltung. Sie schlagen vor, durch geeignete Politikmaßnahmen die Kaufkraft der Haushalte mit der größten Konsumneigung (in der Regel die mit geringsten Einkommen) zu subventionieren. Die Erhöhung der Nachfrage sorge dann für eine Erhöhung der Produktion und damit auch zu einer Erhöhung des Wirtschaftswachstums.

Wie soll das finanziert werden?

Die Autoren sind keine Freunde des Stabilitäts- und Wachstumspaktes in seiner jetzigen Form. Sie fordern eine Aufweichung des Defizitkriteriums von maximal -3%. Statt dessen schlagen sie vor, sich mehr auf den Verschuldungsgrad als Sollgröße zu konzentrieren.

Warum keine anderen Politikmaßnahmen?

Geldpolitik fällt aus, weil die EZB für Preisstabilität zu sorgen hat. Angebotsorientierte Politik (z.B. Forschungsinvestitionen, Bildungsinvestitionen) wirkt erst langfristig. Die Autoren wollen eine Möglichkeit aufzeigen, um kurzfristig auf Nachfrageschwankungen reagieren zu können, deshalb ist Angebotspolitik ungeeignet.

Kommentar

  1. Wenn das Defizitkriterium über mehrere Jahre ignoriert wird, dann steigt der Verschuldungsgrad. Diese beiden Größen sind direkt miteinander verbunden. Zwar betonen die Autoren, dass bei Verbesserung des Wirtschaftswachstums die Defizite dann wieder abgebaut werden sollten, aber wenn Vater Staat erstmal eine Geldumverteilungsbürokratie aufgebaut hat, dann trennt er sich nur sehr schwerfällig davon. Ein schönes Beispiel ist die Jobvermittlung für Akademiker bei der Bundesagentur für Arbeit.
  2. Die Autoren werden bei der Ausgestaltung ihres Politikvoschlages wenig konkret. Wie soll die Durchführung aussehen? Die Antwort auf diese Frage wäre wichtig für eine bessere Bewertung. Es macht für das Gesamtsystem einen Unterschied, ob zum Beispiel die Einkommenssteuer am unteren Rand abgesenkt wird oder das Arbeitslosengeld I oder II angehoben wird. In beiden Fällen wird die Kaufkraft der Betroffenen gestärkt. Die Erhöhung des Arbeitslosengeldes schafft aber keine Anreize zur Aufnahme einer Arbeit.
  3. Ein weiteres Hemmnis für die Dynamisierung der Wirtschaft ist, zumindest in Deutschland, die Belastung durch bürokratische Überwälzungen auf die Unternehmen. Die Entlastung von kleineren und Kleinstunternehmen erhöht deren Profitabilität und damit
  • die Bereitschaft, unternehmerisches Risiko zu tragen;
  • die Möglichkeit, Personal am Arbeitsmarkt nachzufragen.

limabravo